Projekt Spreebogen

      “Die Dimension der Aufgabe ergibt sich aus der Vielschichtigkeit der Probleme dieses Ortes mit seiner wechselvollen Geschichte und symbolhaften Bedeutung.” (Auslobungstext).

      Ich denke an keinem anderen Ort wird so deutlich, daß die Abfolge der historischen Ereignisse sich derart beschleunigt hat, daß die Geschwindigkeit mit der Geschichte stattfindet so hoch ist, daß für Prozesse keine Zeit mehr bleibt, sie verschwinden.

      Baudrillard spricht in “Das Jahr 2000 findet nicht statt” von einer Befreiungsgeschwindigkeit von der ab Geschichte nicht mehr stattfindet. “Wir sind wahrlich befreit, in jedem Sinne des Wortes, so befreit, daß wir durch die Geschwindigkeit ( den beschleunigten Wandel unserer Gesellschaften) einen bestimmten Horizont überschritten und eine Raumzeit Welt verlassen haben, in der reales möglich war, in der Ereignisse möglich waren, da die Schwerkraft noch ausreichte , ihnen Dauer und Folge zu verleihen.”

      “Eine gewisse Langsamkeit (d.h. eine gewisse Geschwindigkeit, doch nicht zu hoch), eine gewisse Distanz, doch nicht zu groß) und eine gewisse Befreiung ( eine Kraft zu Bruch und Veränderung, doch nicht zu stark) sind notwendig, damit sich jene eigentümliche Kondensation und Kristallisation von Ereignissen herstellt, die wir Geschichte nennen, und jene Verkettung von Ursachen und Wirkungen, die wir real nennen.” (Baudrillard)

      An dieser Schwelle in der Geschichte der Menschheit existieren wir in Städten, die geformt sind durch Planungs- und Architekturideologien einer homogenen Architektur. Und die Gebäude, die diese Form beinhalten, stehen in den meisten “modernen” städtischen Enviroments als Symbole einer ständig kontrollierten Gesellschaft.

      Es besteht ein Pradoxon zwischen der modernen Stadtarchitektur, die gebaut und geplant wird, und der täglichen Erfahrung und Wahrnehmung der Stadt.

      Die Architektur der Stadt, idealisiert rational untermauert auf der Basis einer ästhetischen Komposition, verkommt zum bloßen Image (gebaut oder nicht gebaut), das die Kultur widerspiegelt.

      Was das Projekt der Architektur in seiner Rolle, die Stadt zu formen manifestieren muß, ist eine großer Sprung in die Vorstellung der Phantasie, um zu erkennen, daß die Sicherheit der Position des kulturell zurückblickenden Denkens eine Ideologie ist, die am Ende angelangt und jetzt nur noch fähig ist ein Leiche der Stadt zu formen.

      Das Projekt basiert nicht auf kulturellen (historischen) Vorstellungen. Die Transformation der Stadt: die Gebäude sind das Instrument in dem die Ambiguität des Verlangens nach Konstruktion eine konfuse und unbegrenzte Realität in die Entstehung einer räumlichen Form transformiert.